Dass bisschen Streu entsorgt sich von allein, sagt die Katz

Aktualisiert: Mai 15

Katzenstreu – kaum zu glauben, aber wahr: ein paar Krümmel, die tausende KatzenbesitzerInnen Stunden, Wochen, ja Monate, wenn nicht sogar jahrelang in Atmen halten.



Die Logistik

Wer kennt es nicht – das Wuchten und Schleppen und Hieven von gefühlt zentnerschweren Säcken an Katzenstreu, die jeder noch so zarten Lady das Gefühl verleihen ein Hafenmitarbeiter beim Beladen von Columbus Traumschiff zu sein. Katzenstreu zu kaufen macht in etwa so viel Freude wie ein Hosenkauf im Januar, wenn die Weihnachtsplauze schon in der Stadt ist, während der Hintern noch in der Haustür hängt.


Deshalb schiebt sogar der ein oder andere Hafenarbeiter das Streutransportproblem dem Versanddienstleister seiner Wahl in die Schuhe, der die doppelte Menge, die man selber tragen könnte, in den 4. Stock eines idyllischen Mehrparteienhauses schleppen muss, um dann das Paket beim Nachbarn im EG abzugeben, weil der Paket-Empfänger im 4. Stock gerade seine Katze badet.


Klumpend, staubarm, duftend, ergiebig, geruchsbindend, feinperlig und holzig im Abgang

Mit diesen oder ähnlichen Begriffen wird Katzenstreu häufig beworben. Aber ist damit wirklich alles bedacht, wonach sich die Auswahl des persönlichen Premium-Katzenstreu richten sollte? Nein, denn das wäre noch nicht herausfordernd genug. Naturfaser, Bentonit oder Silikat, dass ist hier die Frage.


Woher kommt das Katzenstreu?

Naturfasern, wie Mais, Bambus oder Holz, sind leicht, bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen und sind kompostierbar. Mais ist recht pflegeleicht, lässt sich auf deutschem Boden wunderbar kultivieren und ist für viele Zwecke einsetzbar. Daher ist er (leider) eine sehr beliebte Pflanze für die so genannte Monokultur, bei der mehrere Jahre in Folge immer wieder dieselbe Pflanze angebaut wird, die langfristig den Acker auslaugt und die Furchtbarkeit massiv schädigen kann. Ob Maisstreu aus Monokultur oder ackerfreundlicher Fruchtfolge stammt, ist und bleibt vermutlich ein Staats-Geheimnis. Zu Schade. Bambus ist durch zahlreiche wunderbare Eigenschaften ebenfalls vielseitig einsetzbar und schnell nachwachsend. Die meisten Bambusarten finden sich in China. Abgesehen davon, ist Bambus auf jedem, wirklich jedem Kontinent beheimatet – außer Europa….ok, und der Antarktis. Als Importprodukt muss er also etliche Kilometer zurücklegen, bis er im Katzenklo von Tante Käthes Miezekatze ankommt, wodurch seine Klimabilanz kräftig in Mitleidenschaft gezogen wird. Und dabei waren wir so nah an der purrfekten Lösung. Holz, bzw. Bäume, wachsen i.d.R. deutlich langsamer als Bambus oder Mais, sind aber ebenfalls multifunktional, nachwachsend, für ihre klimafreundliche Sauerstoffproduktion bekannt und in Europa heimisch. Na immerhin.


[An dieser Stelle sei bemerkt: Entgegen der Hinweise mancher Katzenstreuanbieter (vor allem bei Naturmaterialien) rate ich davon ab, Katzenstreu tollkühn (egal aus welchem Material) in der Toilette und somit im Abwasserkanal zu entsorgen. Wie man darauf kommt, dass Bentonit oder Holz bei Katzenpipi stark bleiben und sich bei Wasserkontakt in ihre Atome auflösen sollen oder einfach so auf nimmer Wiedersehen im Nirvana verschwindet und ohne kleben zu bleiben oder langfristig Rohre zu verstopfen (egal ob direkt im eigenen Wohnhaus oder 1 Straße weiter, wo sich die klebrige Masse mit der klebrigem Streu des Nachbarn verbündet), entzieht sich meiner glitzernden Vorstellungskraft.]


Bentonit ist ein tonhaltiges, uraltes Gestein. Es ist deutlich schwerer als die oben genannten Pflanzenfasern, aber ebenfalls, dank zahlreicher positiver Eigenschaften, vielfältig einsetzbar. Es bindet Feuchtigkeit, Schadstoffe wie Schwermetalle und Schimmel, stärkt das Immunsystem von Reiter und Pferd, beruhigt die Gesichtshaut bei Akne und belebt gleichzeitig die Erde im Blumenbeet, unterstützt die Verdauung und hilft auch noch beim Abdichten von Gewässern – der Chuck Norris unter den Mineralien! Dass Bentonit seinen Namen seinem Fundort, Fort Benton in den USA, verdankt, darf nicht mit seinem Vorkommen verwechselt werden. Das Mineral Bentonit kommt nämlich auch in Deutschland vor und wird z.B. bei Landshut abgebaut. Dass der Tagebau die Natur zerstört ist kein Geheimnis. Die Frage stellt sich nach dem „Danach“. Manche Firmen im Tagebau hinterlassen ein Bild der Verwüstung, welches sich erst über viele Jahrzehnte mühsam erholen muss. Manche Firmen renaturieren die Abbaufelder und sorgen somit für eine schnellen Wiederaufbau von Mutternatur. Ein Manko, welches bei Bentonit jedoch nicht wett gemacht werden kann: es ist ein Gestein und somit, anders als Pflanzenfasern, nicht kompostierbar. Daher muss es der ohnehin schon gut ausgelasteten Restmüllentsorgung zugeführt werden. Irgendwas ist ja immer.


Silikat zeichnet sich vor allem durch seine starke Saugfähigkeit aus. Wie bei Bentonit handelt es sich um ein Mineral, welches jedoch anders als Bentonit nicht klumpend ist. Die Feuchtigkeit wird in jedem einzelnen Körnchen gebunden. Die für Katzenstreu gewünschte Eigenschaft, dass sich Silikate nicht durch Wasser zersetzen lassen, kommt bei der Umweltverträglichkeit, wie bei Bentonit, auf die negativbehaftete Seite. Kompostieren ist nicht möglich und so bleibt das Silikatstreu der Welt im Restmüll erhalten.


Smells like Cat-spirit

Mit Aktiv-Kohle, Aloe Vera, Puderduft, Lemongras, Diamanten und vielem mehr wird natürlich vor allem der oder die Kaufende gelockt. Wer eine Samtpfote hat, möchte in der Regel nicht, man diese auch riecht. Einer Katze ist es hingegen herzlich schnurz, ob ihr Pipi von Kohle absorbiert oder mit Rosenduft veredelt wird. Ganz im Gegenteil. Vor dem Kauf eines Katzenstreu sollte Mann und Frau sich die Frage stellen: was tut das Ganze für meinen Tiger? Katzen riechen um ein Vielfaches besser als wir. Was für uns angenehm dezent nach Puder duftet, kann für eine Katzennase eine Zumutung sein, die es beim Toilettengang zu ertragen gilt. Und somit kommt man ganz schnell zu der Frage: was haben Duftstoffe in einem Katzenklo zu suchen? Für die Katze gar nichts. Für uns beim Geruchssinn einfach gestrickten Menschen mag ein Katzenklogeruch mit einem Deo-Pulver zu übertünchen sein, aber für die Katze ergibt sich wohl eher eine wenig attraktive Mischung aus eigener bzw. fremder Duftnote und künstlichem Gestank. Aber die Katze riecht den künstlich hinzugefügten Duft nicht nur während ihrer Samtpfotensitzung. Gerüche und Deo-Pulver bleiben an Pfoten und Fell haften und werden beim nächsten Fellputz mit aufgeschleckt. Sicherlich wird hieran keine Katze sterben, aber es ist zu bezweifeln, dass diese Kostproben gesund oder gar schmackhaft sind.


Fazit: der Umweltgedanke hat bei der Wahl des Katzenstreus eine nicht unerhebliche Daseinsberechtigung. Die Qual der Wahl bleibt bestehen und jeder/r muss für sich und seinen Tiger entscheiden, welches Streu in der Wohnung verteilt werden soll ;) Viel Erfolg beim Kratzen, Scharren und Entsorgen ;)


[Meine persönliche Wahl: Ich mache das Katzenklo immer lieber einmal mehr sauber, als meinen Tigern künstliche Gerüche zuzumuten. Ich habe mich für Streu aus Naturfasern entschieden, da diese kompostierbar sind, sich zersetzen und somit in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt werden können. Ich bekomme es vor Ort, schleppe trotzdem nicht den Buckel krumm, wie beim schweren Bentonit, meine Katzen kommen gut damit zurecht und nach ein bisschen Ausprobieren habe ich eines gefunden, welches den Geruch gut bindet. Wir sind rundum zufrieden :) ]


Eure Sophia



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